Barnimer Herrenauswahlmannschaften holen Silber und Bronze bei den Landesvereinsmeisterschaften - Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften denkbar knapp verpasst
von Nico Witter und René Lewin
Herren
Sieben Mannschaften gingen in Oranienburg bei der Landesvereinsmeisterschaft an den Start. Nur die besten zwei Teams qualifizierten sich für die Deutschen Meisterschaften in Bremerhaven – Spannung war also garantiert.
Der Wettkampf wurde in zwei Blöcke geteilt: Am Vormittag traten die im Vorjahr schwächer platzierten Teams an, am Nachmittag folgten die vier besten Mannschaften. Der KFV Barnim, Vizemeister des letzten Jahres, griff im zweiten Block ins Geschehen ein.
Schon die Ergebnisse des ersten Blocks zeigten: Die Bahn ließ hohe Zahlen zu. Potsdam-Mittelmark setzte direkt ein Ausrufezeichen und ging mit einem satten Plus von 367 Holz in Führung. Herausragend war dabei U23-Auswahlspieler Fabian Jaeger, der mit 946 Holz einen neuen Bahnrekord in seiner Altersklasse aufstellte. Klar war: Dieses Ergebnis musste erst einmal geschlagen werden.
Für den KFV Barnim eröffnete kurzfristig Patrick Müller den Wettkampf. Er rutschte spät in den Kader, blieb mit 911 Holz etwas unter seinen Erwartungen und verlor wichtige Hölzer auf die Spitze. Das höchste Ergebnis des Durchgangs erzielte Max Goschiniak (Oberspreewald-Lausitz) mit starken 937 Holz.
Im zweiten Durchgang begann die Aufholjagd. Christopher Penz startete verhalten, steigerte sich jedoch deutlich und erzielte mit 938 Holz das mannschaftsbeste Ergebnis. Damit zog der KFV Barnim an Teltow-Fläming vorbei und verkürzte den Rückstand auf Ostprignitz-Ruppin und Oberspreewald-Lausitz auf zehn beziehungsweise 21 Holz.
Als Dritter ging der Eberswalder Neuzugang Christian Schwarz auf die Bahn. Der Druck war spürbar – schließlich spielte er auf seiner ehemaligen Heimbahn. Doch er hielt stand, erzielte 929 Holz und nahm Oberspreewald-Lausitz 17 Holz ab. Der Rückstand schrumpfte auf vier Holz zu Oberspreewald-Lausitz und elf zu Ostprignitz-Ruppin. Gleichzeitig rückte Potsdam-Mittelmark wieder in den Fokus: Um vorbeizuziehen, wären 950 Holz nötig gewesen. Ein Déjà-vu – erneut zeichnete sich ein Krimi wie im Vorjahr ab.
Schlussspieler Nico Witter startete konzentriert und vermied große Fehler, die sich andere Teams leisteten. Allerdings fehlten ihm die vielen Neuner, sodass am Ende 934 Holz zu Buche standen. Das reichte zwar für Bronze, hauchdünn mit acht Holz Vorsprung vor Oberspreewald-Lausitz, doch das Top-Ergebnis der Potsdamer blieb um 15 Holz außer Reichweite.
Das absolute Tageshighlight lieferte der Fehrbelliner Neuzugang Richard Albrecht mit überragenden 951 Holz. Nur vier Holz fehlten zum neuen Bahnrekord – gleichzeitig sicherte er dem amtierenden Deutschen Meister den Landesmeistertitel, 13 Holz vor Potsdam-Mittelmark.
Ein Wettkampf voller Wendungen, hoher Qualität und Emotionen – und erneut Entscheidungen, die erst im letzten Durchgang fielen.
Herren A
Sechs Mannschaften gingen in Alt Stahnsdorf bei der Landesvereinsmeisterschaft der Herren A an den Start und lediglich eine Mannschaft qualifiziert sich für die Deutschen Meisterschaften in Als Titelverteidiger stellte Potsdam-Mittelmark gleich zwei Teams – und von Beginn an war klar: Das wird ein Krimi.
Für einen perfekten Auftakt sorgte André Weyer, der die Barnimer mit starken 877 Holz direkt in Führung brachte. Auf der extrem anspruchsvollen Bahn blieb das Feld eng zusammen, kein Team konnte sich entscheidend absetzen.
Zur Halbzeit lagen die beiden Mannschaften aus Potsdam-Mittelmark vorn, doch zwischen Platz eins und dem Schlusslicht trennten gerade einmal 29 Holz. Matthias Bohn (Potsdam-Mittelmark II) glänzte mit dem Tagesbestergebnis von 888 Holz und verfehlte den Bahnrekord nur hauchdünn. Dirk Krone hielt für den KFV Barnim mit 848 dagegen, musste aber etwas Boden preisgeben.
Im dritten Durchgang meldete sich Tino Brinkmann mit starken 882 Holz eindrucksvoll zurück. Doch Steffen Koch (Teltow-Fläming) mit 877 Holz und Jens Hamm (KFV Barnim) mit 874 Holz hielten den Druck hoch. Vor dem letzten Durchgang lagen die Plätze eins bis fünf innerhalb von nur zwölf Holz – Spannung pur.
Im Finale legten Teltow-Fläming und der KFV Barnim vor. Ingo Drewske (Teltow-Fläming) setzte mit 880 Holz ein Ausrufezeichen, René Lewin konterte für den KFV Barnim mit starken 873 Holz. Danach begann das große Zittern, denn die Schlussspieler der Konkurrenz kannten die nötigen Ergebnisse. Doch niemand konnte mehr vorbeiziehen.
Am Ende jubelte Teltow-Fläming über den Titel der Landesvereinsmeisterschaft. Der KFV Barnimsicherte sich in einem hochklassigen Wettkampf die Silbermedaille, Bronze ging an Potsdam-Mittelmark II – ein Wettkampf, der bis zum letzten Wurf alles bot.
Alles in allem war für beide Mannschaften die Qualifikation für Bremerhaven machbar gewesen und trotzdem ist eine Medaille auf diesem hohen Niveau alles andere als selbstverständlich. Im nächsten Jahr wird wieder angegriffen und um jedes Holz gekämpft.
Weitere Informationen
Weitere Meldungen
Kommentar schreiben
Formular ausfüllen und mitdiskutieren
Mit * markierte Felder müssen ausgefüllt werden.

